Primaten

15. März 2014 Uncategorized

Sicher ist es die Art, wie Frauen lächeln oder manchmal lauthals lachen, sicher sind es auch ihre Augen, und wie sie mich anschauen, obwohl mir Augen manchmal Angst machen. Blicke ziehen aus, ob es nur die Klamotten sind oder die Seele ist egal. Es schmerzt mich manchmal und beschämt hat es mich oft. Die Blicke von Frauen, die taxieren und fixieren. Irritierenderweise waren es oft Frauen, die mir von den sie ausziehenden Blicken von Männern erzählt haben, von den offensichtlich notgeilen Blicken alter Kerle im Schwimmbad oder in der Sauna, wenn Frau sich entspannen will, es die Blicke der Kerle aber nicht möglich macht.
Zum Beispiel B., mit der ich einige Jahre befreundet war, sehr eng – aber nie intim, bis auf ein Mal Gegrabbel und Geknutsche, weil wir beide bekifft waren. Aber wir haben gerade noch die Kurve gekriegt. Hätten wir miteinander geschlafen, wäre alles vorbei gewesen.
Einmal war ich mit ihr in meiner kleinen Stammsauna – nur kurz, nur für einen Gang, weil es für sie unerträglich war, dass die Männer sie mehr oder weniger unverhohlen anstarrten und auch die Frauen sich anders verhielten als sonst.
Bei meinem nächsten Besuch dort wurde ich gefragt, wer denn das Mädchen in meiner Begleitung gewesen wäre. Und ich antwortete, sie sei meine Freundin, was ja auch stimmte.
In der Hierachie der Primaten stieg ich auf einmal von meiner abseitigen Position auf einen Spitzenplatz auf. Man liess mir den Vortritt, hielt mir die Tür zur Sauna auf, räumte mir bessere Plätze auf den Bänken ein. Die anwesenden Frauen setzten sich auffällig näher an mich heran. Es war beeindruckend wie die Präsenz einer schönen Frau den Wert eines Mannes erhöhen kann ohne dass er überhaupt etwas damit zu tun hat. Das der offensichtliche Zusammenhang zwischen sozialem Status und den entsprechenden Statussymbolen sich auch auf die Schönheit von Menschen bezieht, war mir bis dato in dieser krassen und geradezu plumpen Offensichtlichkeit nicht klar.

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