Du lagst mit mir auf einem Zimmer und hast gefroren. Dir war kalt weil es Winter war. Ich habe deine Füße massiert, deren Eiseskälte hielt dich vom Einschlafen ab. Meine Hände waren nicht warm genug um sie zu wärmen, also nahm ich jeden deiner kleinen süßen Zehen für sich in meinen Mund um ihnen ein wenig Wärme zu geben. Ich fragte dich, ob es angenehm sei und du sagtest nur mit ganz leiser Stimme: Ja. Ich wunderte mich, wie winzig deine Füße waren, wie zierlich zart und weich. Und dass sie mehr in mir auslösten als nur fürsorgliche Gefühle.
Eigentlich wolltest du nur einschlafen und ich dir dabei helfen.
Manchmal ist das Leben verrückt und weich und einfach – nur weil man spontan handelt ohne Nachzudenken.

Wenn ich eine Stellung annehme, bin ich verloren. Ich würde ein Kommis werden, eine Maschine, ein Zirkuspferd, das seine 30 oder 40 Touren im Kreise macht, trinkt, frißt und schläft, zu den vorgeschriebenen Stunden; ich würde ein Allerweltsmensch werden. Und das nennt man dann noch leben: dieses mühlsteinartige Rotieren, diese ewige Wiederkehr der gleichen Dinge.

Honoré de Balzac

LebensReisen

Ende dieses Monats werde ich eine Phase meines Leben abschließen – in einen intermediären Zustand gehen – und Ende des Jahres eine neue Reise beginnen – und das wunderbare daran:

Ankommen interessiert mich nicht mehr.

Das Schöne an der deutschen Sprache ist ja ihre unglaubliche Vielschichtigkeit, aber wenn ich eine Stunde damit zugebracht habe, die Worte in einem Satz in eine einigermaßen stimmige Reihenfolge zu bringen, bin ich schon etwas irritiert.
Am besten nehme ich es sportlich – immerhin sind das acht Sätze pro Tag, die man ja auch noch in die richtige Abfolge bringen kann.

•    All das, was ich mein ganzes, verwirrtes Leben gesucht habe, ist in deinem Lächeln zu Hause.

•    In deinem Lächeln ist all das zu Hause, was ich mein ganzes verwirrtes Leben gesucht habe.

•    In deinem Lächeln ist all das zu Hause, was ich während meines verwirrten Lebens gesucht habe.

•    In deinem Lächeln konnte ich das finden, was ich mein ganzes verwirrtes Leben gesucht habe.

•    Du sahst mich an und ich konnte in deinem Lächeln all das finden, was ich mein ganzes verwirrtes Leben gesucht habe.

•    Du lächeltest mich an und ich konnte darin all das finden, was ich mein ganzes verwirrtes Leben gesucht habe.

•    Ich wusste nicht, dass ich auf der Suche war, aber als du gelacht hast, fand ich mein ganzes verwirrtes Leben.
Fuck

•    Was ich mein ganzes verwirrtes Leben gesucht habe, ist in deinem Lächeln zu Hause.

•    Erst als ich dich lächeln sah, wusste ich, dass ich mein ganzes verwirrtes Leben auf der Suche war.

….and so on…obwohl mich der letzte Satz schon einigermaßen zufrieden stellt.

Zumindest kann man jetzt  ahnen, wieso ich mich für verwirrt halte. 😉