Alte Liebe

22. März 2013 Uncategorized

So lungere ich jetzt hier herum, mit leerem Magen und nutzlosem Gemächt – ein geist- und freudloser Greis – zu allem bereit, zu wenig noch fähig – hochbetagt und unterzuckert. Lasst mich nur noch diese eine Geschichte erzählen.
Unter denen, die ich liebte, gab es immerhin diese eine, diese sehr spezielle Frau, die mir ihr Herz schenkte. Von ihr will ich erzählen und von der Unmöglichkeit zu lieben.
Damals hatten sich schon viele Frauen bei mir ausgeheult, die Furcht vor dem Alleinsein in den Augen und die Angst vor einem weiteren Arschloch im Nacken.
Und wie so oft wusste ich keine Antwort außer der, dass alles irgendwie weitergeht, obwohl mir klar war, dass es nicht so ist. Dass es nicht stimmt – das nichts so sein würde wie vorher. Die Vorzeichen ändern sich, aus Angst wird stumme Verzweiflung, aus Furcht wird Resignation.
Da kam sie zu mir wie warmer Regen an einem Sommertag – jetzt denke ich an sie und meine Seele beginnt zu tanzen.
Wie oft habe ich ihr damals gesagt, sie sei die Liebe meines Lebens – geradezu lächerlich oft. Immer habe ich es ernst gemeint – das schon – aber mit den Jahren kam die Erfahrung dazu, dass inflationärer Gebrauch nichts an der Vergänglichkeit unserer Gefühle ändert.

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