christinpietzko

2. November 2016 Fotos, Kunst

christinpietzko:

Linie, Fläche, Form, Farbe, Licht und Leerstellen. Gerade das nicht Dargestellte, das Freigelassene erscheint mir in der Kunst stets besonders bedeutend.

Ich denke eine der wichtigsten Einsichten meiner künstlerischen Auseinandersetzungen ist, dass die Andeutung zumeist genügt. Dass das Auge aufgrund seiner Sehgewohnheit und Erfahrungen den Bildgegenstand selbstständig vollendet. Es ist ebenso einfach wie komplex. Die Meisterschaft des Künstlers besteht meines Erachtens nach darin, die richtige Form zu finden, welche genügt das Dargestellte erkennen zu lassen, es dabei allerdings nicht seiner Erscheinung, seiner Lebendigkeit zu berauben. Durch den Einsatz von Linie, Fläche, Farbe und Licht also etwas zu kreieren, dass sowohl narrativen Charakter als auch imaginatives Potenzial enthält. Das funktioniert auf bildtechnischer Ebene (beispielsweise bei Munch, Georges Seurat, Hokusai) wie auf bildinhaltlicher Ebene (Vermeer, Caravaggio, Edward Hopper). Der Betrachter erlangt in diesem Zusammenhang natürlich einen besonderen Stellenwert. Hier tritt der Künstler und all seine Techniken zur Lenkung des Bildsinnes zurück – auch hier wieder eine Leerstelle. Die Augen des Betrachters vollenden jedes Werk.

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