Sprachlosigkeit

28. August 2016 Texte

Im Laufe der Jahre war ihm eine immer größer werdende Sprachlosigkeit aufgefallen, erst im Umgang mit seinen Arbeitskollegen, dann wusste er auch mit seiner Frau und den Kindern immer weniger Worte zu wechseln. Irgendwann hatte er bei einem gemeinsamen Frühstück erkannt, dass er an den ohnehin immer wortkarger ausfallenden und sich nur noch auf das Nötigste beschränkenden Austauschen irgendwelcher Vorfälle kaum noch beteiligt war und dass sich seine Sprachlosigkeit ausbreitete wie die Flechten an manchen Bäumen im Park. Die Frage war nur, wie lange es wohl noch dauern mochte, bis er unter der sich ausbreitenden Flechte zur Gänze verschwunden war. Bis nichts mehr von ihm, oder der Person, der mal war, übrig blieb.

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