lautlos – sprachlos

25. Oktober 2014 Uncategorized

Sie selber kam gedanklich immer weiter vom Wege ab. Was hatte sie zu entgegnen gehabt? Nichts weiter als ein leiser Widerspruch – ein zögerliches Ich weiss ja nicht – was hätte ihn da gehindert? Nichts – er wusste ja alles, er wusste wie, er wusste warum. Ihrs war das eben nie, diese Gewissheit, dieses ganz bestimmte Etwas, die Siegesgewissheit egal in welchen Dingen, in allen halt, wenn sie nur wusste, dass sie lieber den Mund halten sollte, wenn Schweigen angesagt war, wenn hinter den Worten die Taten lauerten.
Wenn ein Amen kein Sakrileg mehr war, sondern eine Zuflucht – all die Worte, die vergeblich waren, die sie nie gesprochen hatte, weil es irgendwann ein lautloses Anklagen war, da hatte sie ihre Stimme längst verloren an das Kind in ihr. Und das schwieg lange dann nach außen wo die Ohren der Anderen lauerten und nicht zuhörten sondern belauschten.

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